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Baufinanzierung und Nachhaltigkeit: „Sanierung spart Geld, auch bei der Finanzierung“ 

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Foto: Marten Ronneburg
Teilnehmer der Diskussionsrunds (von links): Florian Gang (ING Deutschland), Anett Schmidt (Besucherzentrum NEF Feldheim), Daniela Kögel (Finbird Consulting), Mario Münch (ING Deutschland), Thomas Hein (ING Deutschland). Sie stehen im Außenbereich des NEF vor einer ausrangierten Wind-Turbine.

Einmal jährlich lädt Thomas Hein, Leiter Vertrieb Immobilienfinanzierung bei ING Deutschland, ausgewählte Gesprächspartner zu einer Diskussionsrunde über Baufinanzierung und Nachhaltigkeit an einen besonderen Ort mit entsprechendem Bezug. Dieses Jahr führte die Reise in ein kleines Dorf mit einem großen Plus.

Gerade einmal 130 Einwohner hat Feldheim. Das Dorf liegt rund 80 Kilometer südwestlich von Berlin mitten im Nirgendwo im Bundesland Brandenburg und ist verwaltungstechnisch ein Ortsteil von Treuenbrietzen, das aber auch schon zwölf Kilometer entfernt ist.

Und doch hat das kleine Feldheim eine große Besonderheit: Es ist energetisch autark. Auf dem Gemeindegebiet stehen nicht weniger als 52 Windenergieanlagen, ein Solarpark und eine Biogasanlage zur Strom- und Wärmeproduktion sowie ein regionales Regelkraftwerk mit einem Speicher aus Lithium-Ionen-Batterien, berichtet Anett Schmidt, Besucherguide beim Neue Energien Forum (NEF) Feldheim, wo sich Hein mit der Gesprächsrunde traf.


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Doch nicht nur das: Das Dorf verfügt auch über ein eigenes Strom- und ein eigenes Wärmenetz sowie ein Wärmeverteilzentrum, das die Wärme aus der Biogasanlage verteilt und in dem bei Bedarf mit Holzhackschnitzeln und Windstrom zugeheizt werden kann. Feldheim ist dadurch grundsätzlich nicht auf öffentliche Netze angewiesen und versorgt sich quasi selbst. Damit hat es auch überregionale Bekanntheit erlangt. Nicht selten kommen gar Gruppen aus dem Ausland ins Besucherzentrum.

Realisiert hat das alles das Unternehmen Energiequelle in Abstimmung mit der örtlichen Agrargenossenschaft und dem Bürgermeister beziehungsweise der Gemeinde. Einwohner und Agrargenossenschaft profitieren von sehr günstigen Preisen für Strom und Wärme. Energiequelle wiederum produziert in Feldheim weitaus mehr Strom, als das Dorf benötigt und kann den Rest anderweitig vermarkten. Allein die 52 Anlagen des Windparks produzieren etwa 220 Millionen Kilowattstunden (kWh) Strom pro Jahr, berichtet Anett Schmidt. Das reicht rechnerisch für 44.000 Haushalte mit einem Durchschnittsverbrauch von 5.000 kWh im Jahr pro Haushalt, also ein Vielfaches der Bevölkerung des Dorfes.

Diskussionsrunde mit ING Deutschland unter Leitung von Cash.

Ein idealer Ort also, um im Anschluss an den Vortrag von Anett Schmidt und einer Besichtigung des Windparks über Themen wie die Energieversorgung der Zukunft, Heizung, nachhaltiges Bauen und die entsprechenden Finanzierungen zu sprechen. Neben Thomas Hein und Anett Schmidt diskutierten im Besucherzentrum unter der Leitung von Cash.: Mario Münch (Nachhaltigkeitsbeauftragter im Vertrieb Immobilienfinanzierung bei der ING Deutschland), Daniela Kögel (Geschäftsführerin der Finbird Consulting) sowie Florian Gang (Key Account Manager für die Region Berlin/Brandenburg bei der ING Deutschland). .

Was ist für Sie die wichtigste Information oder der wichtigste Eindruck, die Sie heute mitgenommen haben?

Thomas Hein, ING Deutschland: „Unsanierte Gebäude sind bereits heute deutlich weniger wert als energetisch modernisierte.“ / Foto: Marten Ronneburg

Hein: Die Zahlen und Fakten sind sehr beeindruckend. Am spannendsten fand ich aber, dass es gelungen ist, eine ganze Gemeinde durch Überzeugung und Kommunikation dafür zu gewinnen, gemeinsam an diesem Projekt mitzuwirken und sich diesem Gesamtkonzept zur Energie- und Wärmeversorgung anzuschließen. Genau dieses Einbinden und die Kommunikation mit den Menschen gehen heute in der Politik häufig verloren. Das Beispiel hier zeigt jedoch, dass es funktioniert und am Ende auch zum Erfolg führt. 

Münch: Ich kann mich dem nur anschließen. Mich hat beeindruckt zu sehen, wie alle an einem Strang ziehen und wie innerhalb relativ kurzer Zeit ein ganzes Dorf umgestaltet werden konnte. Damit wurde ein wichtiger Beitrag zur grünen Transformation geleistet. Außerdem fand ich bemerkenswert, dass die Investitionen für die einzelnen Haushalte vergleichsweise gering waren und sich die Maßnahmen sehr schnell in niedrigeren Energiekosten für die Bewohner niedergeschlagen haben. 

Kögel: Das sehe ich auch so. Besonders spannend fand ich, dass es letztlich ein echtes Gemeinschaftsprojekt ist und dadurch ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl entstanden ist. Ich finde es eine großartige Leistung, was hier gemeinsam geschaffen wurde und bis heute weiterentwickelt wird.

Gang: Es war sehr interessant, hierherzukommen und festzustellen, dass sich mitten auf dem Land ein Energieprojekt befindet, bei dem verschiedene Komponenten intelligent miteinander kombiniert wurden, um weitgehend energieautark zu sein. Es handelt sich tatsächlich um ein außergewöhnliches Projekt. Hier wurden sowohl ein Wärmenetz als auch ein Stromnetz vollständig realisiert. Anderswo in Brandenburg oder Berlin gibt es meist nur einzelne Projekte – etwa Ökodörfer oder ähnliche Konzepte. Hier dagegen wurde alles miteinander verbunden. Bemerkenswert ist auch, dass die gesamte Gemeinde beziehungsweise die Community geschlossen hinter dem Projekt steht.

Frau Schmidt, heute sind Verantwortliche der ING Deutschland hier, also aus einem Unternehmen aus dem Bereich der Finanzierung oder weiter gefasst aus der Finanzwirtschaft. Ist das typisch beziehungsweise welche Besuchergruppen kommen sonst zu Ihnen?

Schmidt: Die Besucher sind sehr unterschiedlich. Es kommen Menschen aus allen Interessengruppen, auch eine Vielzahl Schulprojekte und Studierendengruppen. Ein Großteil unserer Besucher kommt aus dem Ausland, ein Teil aus Deutschland. Es kommen Gemeinden, die sich anschauen möchten, ob sie etwas Ähnliches aufbauen können. Dabei stellt sich häufig auch die Frage der Finanzierung. Außerdem bieten wir Führungen für Einzelgäste an. Das sind häufig Privatpersonen, die sich einfach für das Thema interessieren und wissen möchten, welche Möglichkeiten es gibt.

Damit sind wir bei der Frage, welchen Stellenwert das Thema Energie und Heizung für die Menschen und damit auch für die Immobilienfinanzierung hat.

Kögel: Wir sehen, dass das Thema energetische Sanierung für unsere Kunden immer wichtiger wird. Die Energiekosten spielen schließlich eine wichtige Rolle in der Haushaltsrechnung – und damit auch bei der Finanzierung durch die Bank. Das betrifft sowohl Neubauten mit nachhaltigen Energiekonzepten als auch Bestandsimmobilien. Viele Kunden kaufen ältere Häuser günstig ein und möchten anschließend durch Modernisierungen ihre laufenden Kosten senken und gleichzeitig die Immobilie langfristig finanzierbar machen. Deshalb ist es für uns sehr interessant zu sehen, welche Lösungen hier in Feldheim umgesetzt wurden. Das Thema ist auch für die Bank von großer Bedeutung. 

Hein: Zudem spielt ein anderer Aspekt eine wichtige Rolle: die Nebenkosten. Sie sind ein wesentlicher Bestandteil jeder Finanzierung. Wenn wir davon ausgehen müssen, dass die Energiekosten künftig weiter steigen, müssen wir das in die Kapitaldienstberechnung einbeziehen – nicht nur zum Schutz der Bank, sondern auch im Interesse unserer Kundinnen und Kunden. Deshalb interessieren uns Konzepte, mit denen sich die Nebenkosten dauerhaft niedrig halten lassen. 

Wofür bekomme ich am Ende die besseren Finanzierungskonditionen: Für ein schlecht gedämmtes Haus mit Wärmepumpe oder für ein gut gedämmtes Haus mit Gasheizung?

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