Das Statistische Bundesamt hat aktuelle Zahlen zu Baugenehmigungen veröffentlicht. Im April 2026 erteilten die Behörden 1.700 Genehmigungen mehr als im April 2025, ein Anstieg von 9,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Bei Mehrfamilienhäusern summiert sich die Zahl der genehmigten Wohnungen von Januar bis April 2026 auf 44.300, ein Plus von 14,7 Prozent beziehungsweise 5.700 Wohnungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Trotz des Anstiegs bleiben die strukturellen Probleme der Bauwirtschaft bestehen. Gestiegene Baukosten, anhaltend hohe Finanzierungskosten und regulatorische Unsicherheiten bremsen Investitionsentscheidungen weiterhin aus. Z„Genehmigungen zeigen Potenzial, aber das Potenzial muss auch gehoben werden können. Dafür brauchen wir verlässliche politische Rahmenbedingungen, keine neuen Belastungen“, ordnet ZIA-Hauptgeschäftsführerin Aygül Özkan die Entwicklung.
Die Genehmigungszahlen allein verbessern demnach die Lage nicht automatisch. Entscheidend ist, ob aus den genehmigten Projekten tatsächlich Wohnraum entsteht.
Fertigstellungen sinken zweites Jahr in Folge
Fakt ist: Die Kluft zwischen genehmigten und tatsächlich fertiggestellten Wohnungen wächst weiter. Im Jahr 2025 wurden in Deutschland lediglich 206.600 Wohnungen fertiggestellt, ein Rückgang von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Zahl der fertiggestellten Wohnungen sank damit im zweiten Jahr in Folge deutlich, nachdem sie in den Jahren 2021 bis 2023 noch bei rund 294.000 gelegen hatte.
Diese Entwicklung trifft auf einen Wohnungsmarkt, der auf zusätzlichen Wohnraum angewiesen ist. Der ZIA sieht in der Mobilisierung privaten Kapitals einen zentralen Hebel, um die Lücke zwischen Plan und Umsetzung zu schließen.
ZIA schlägt drei Maßnahmen vor
Um privates Kapital für den Wohnungsbau zu aktivieren, schlägt der ZIA mehrere Maßnahmen vor. Eigenkapitalersetzende Instrumente sollen gestärkt werden, etwa durch staatliche Bürgschaften, Garantien und Zuschüsse, die fehlendes Eigenkapital kompensieren und privaten Haushalten den Kreditzugang erleichtern. Zudem sollen verlässliche Abschreibungsbedingungen verbessert und verstetigt werden, um zusätzliche Liquidität zu mobilisieren und Investitionen zu fördern. Als dritte Maßnahme nennt der Verband eine deutliche Reduzierung beziehungsweise Aussetzung der Grunderwerbsteuer für Ersterwerbende und private Vermieter, um Wohneigentum und Vermögensbildung zu erleichtern.
Investitionsfreundliche Rahmenbedinungen
Özkan fasst die Forderung des Verbands zusammen: „Wir haben die Instrumente, wir kennen die Stellschrauben – jetzt müssen sie auch gedreht werden. Nur mit einem klaren Bekenntnis zu investitionsfreundlichen Rahmenbedingungen können wir den Wohnungsmangel in Deutschland nachhaltig überwinden.“















