Bitcoin und Ethereum stehen laut Coinshares vor einer angespannten Angebotslage. Während die Bestände auf Handelsplätzen zurückgehen, steigt die Nachfrage über börsengehandelte Produkte und andere Anlagevehikel weiter. Aus Sicht des Vermögensverwalters trifft damit ein knapper werdendes Angebot auf eine wachsende Kapitalzufuhr.
Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung bei Ethereum. Seit der Umstellung auf Proof of Stake haben viele Anleger ihre Bestände aus dem freien Handel abgezogen und für das Staking gebunden. Das verringert die Menge an Ether, die an Börsen unmittelbar verfügbar ist.
Auch bei Bitcoin wird das Angebot knapper. Nach Angaben von Coinshares liegen die Zuflüsse in ETPs und DATs inzwischen deutlich über der täglichen Neuemission neuer Bitcoin. Damit wächst der Druck auf ein ohnehin begrenztes Angebot an Coins, die an Handelsplätzen verfügbar sind.
Sinkende Bestände verschärfen die Marktlage
Historisch ist diese Kombination relevant. Wenn die Nachfrage steigt, während das frei verfügbare Angebot sinkt, kann sich der Markt schnell verengen. In solchen Phasen reichen oft schon zusätzliche Zuflüsse aus, um deutliche Preisbewegungen auszulösen.
Marc des Ligneris, Senior Portfolio Manager bei Coinshares, verweist in seinem Marktkommentar darauf, dass insbesondere die niedrigen Börsenbestände ein kritischer Faktor sind. Bei Bitcoin könne das begrenzte Angebot auf Handelsplätzen rasch zum Engpass werden. Bei Ethereum habe der Staking-Trend die Liquidität zusätzlich reduziert.

Für Marktteilnehmer rückt damit vor allem die Frage in den Vordergrund, wie stabil die Nachfrage über ETPs, DATs und Staking-orientierte Strategien bleibt. Solange Kapitalzuflüsse hoch bleiben und die Bestände an Börsen niedrig sind, dürfte die Angebotsseite ein zentraler Treiber für die weitere Kursentwicklung bleiben.
Autor Marc des Ligneris ist Senior Portfolio Manager bei CoinShares.












