69 Prozent der 18- bis 30-Jährigen in Deutschland würden sich für ein gefördertes Altersvorsorgeprodukt entscheiden, das mindestens 80 Prozent der eingezahlten Beiträge garantiert. Nur acht Prozent würden ein Produkt ohne Garantie wählen. Das geht aus einer repräsentativen YouGov-Befragung hervor, die die Stuttgarter Lebensversicherung im September unter 1.014 jungen Erwachsenen in Auftrag gegeben hat.
Hintergrund ist die Reform der privaten Altersvorsorge, die zum 1. Januar 2027 neue geförderte Produkte auf den Markt bringt. Riester-Verträge mussten die eingezahlten Beiträge bislang vollständig garantieren. Künftig stehen neben Varianten mit 80 oder 100 Prozent Beitragsgarantie auch garantiefreie Lösungen wie das Standardprodukt zur Wahl, die höhere Renditechancen, aber auch größere Anlagerisiken mit sich bringen.
„Jungen Menschen trauen wir oft eine höhere Risikobereitschaft zu als den vorherigen Generationen. Daraus sollten wir aber nicht ableiten, dass junge Menschen automatisch auf Garantien verzichten möchten“, sagt Volker Bohn, Generalbevollmächtigter für unabhängige Vertriebspartner der Marken Die Stuttgarter und SDK. „Für die Beratung ist das eine wichtige Erkenntnis: Auch wer noch mehrere Jahrzehnte bis zum Ruhestand vor sich hat, kann großen Wert auf Sicherheit legen. Entscheidend ist, gemeinsam abzuwägen, welches Garantieniveau zu den persönlichen Erwartungen passt und welche Folgen es für die Renditechancen hat.“
Beitragsgarantie: 80-Prozent-Variante liegt vorn
Fast die Hälfte der Befragten (49 Prozent) würde ein Produkt mit 80 Prozent Beitragsgarantie wählen, weitere 20 Prozent bevorzugen eine vollständige Garantie. 18 Prozent können sich noch nicht festlegen. Auch bei den gewünschten Eigenschaften liegt Sicherheit klar vor Rendite: 43 Prozent nennen Sicherheit und Garantien als besonders wichtig, hohe Renditechancen nur 23 Prozent.
Daneben spielen die Rahmenbedingungen eine große Rolle. Geringe Kosten sind für 40 Prozent besonders wichtig, eine attraktive staatliche Förderung für 36 Prozent. „Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass junge Erwachsene bei der Altersvorsorge auf mehrere Faktoren zugleich schauen. Sie wollen Sicherheit, achten aber fast ebenso häufig auf geringe Kosten. In der Beratung kommt es deshalb darauf an, Garantien, Kosten, Förderung und Renditechancen im Zusammenhang zu erklären. Erst dann lässt sich beurteilen, welches Angebot zu den eigenen Erwartungen passt“, sagt Bohn.
Der Wunsch nach Verlässlichkeit reicht bis in die Auszahlphase. 68 Prozent möchten ihr Vorsorgekapital als lebenslange Rente beziehen, darunter 29 Prozent, die sich zum Rentenbeginn zusätzlich einen Teil des Kapitals einmalig auszahlen lassen wollen.
Junge Frauen setzen stärker auf Sicherheit
Zwischen den Geschlechtern zeigen sich deutliche Unterschiede. Für 53 Prozent der jungen Frauen sind Sicherheit und Garantien besonders wichtig, bei den jungen Männern für 33 Prozent. Zugleich haben Frauen seltener mit der privaten Vorsorge begonnen: 26 Prozent geben an, bereits konkrete Maßnahmen getroffen zu haben, bei den Männern sind es 42 Prozent. Die Stuttgarter sieht darin einen Hinweis, dass die Vorsorgelücke zwischen den Geschlechtern bereits in jungen Jahren entsteht.
„Gerade bei jungen Frauen treffen wir auf einen ausgeprägten Sicherheitswunsch und einen selteneren Einstieg in die private Vorsorge. Wer diese Zielgruppe erreichen will, muss sowohl die Erwartungen an die Absicherung als auch die Hürden, die dem Vorsorgestart im Weg stehen, ernst nehmen“, sagt Bohn.
Insgesamt haben 34 Prozent der Befragten bereits konkret mit der privaten Altersvorsorge begonnen, 59 Prozent noch nicht. Unter den Nicht-Vorsorgenden nennen 38 Prozent fehlendes Geld als Grund. Für 30 Prozent ist die Rente noch zu weit entfernt, bei 25 Prozent haben andere Ausgaben und Ziele derzeit Vorrang.
Fehlendes Geld bremst den Vorsorgestart
„Wer aktuell wenig Geld übrig hat, braucht einen Einstieg, der zum eigenen Budget passt. Die Beratung muss konkret zeigen, was mit kleinen Beiträgen und staatlicher Förderung möglich ist“, sagt Bohn.
Nach seiner Einschätzung kommt die Reform gerade kleinen Sparbeiträgen entgegen. Auf die ersten 360 Euro Eigenbeitrag im Jahr legt der Staat 50 Cent je Euro dazu, insgesamt sind bis zu 540 Euro Grundzulage möglich.
| Ergebnis | Frauen | Männer |
|---|---|---|
| Sicherheit und Garantien besonders wichtig | 53 Prozent | 33 Prozent |
| Bereits konkret mit privater Vorsorge begonnen | 26 Prozent | 42 Prozent |
Quelle: Repräsentative YouGov-Befragung von 1.014 18- bis 30-Jährigen im September 2026 im Auftrag der Stuttgarter Lebensversicherung.














