Vier von zehn Deutschen haben vom Altersvorsorgedepot gehört – Marktbeobachter gehen davon aus, dass der tatsächliche Anteil eher darunterliegt. Das Instrument, das die Bundesregierung als Riester-Nachfolger positioniert, hat zwar die Fachöffentlichkeit erreicht. Die Mehrheit der künftigen Sparer aber wohl noch nicht.
Gleichzeitig wächst eine Fehleinschätzung, die schwerer wiegt als fehlende Produktkenntnis: 70 Prozent der unter 30-Jährigen halten ihr ETF-Depot bei einem Neobroker für ausreichende Altersvorsorge. Absicherungskomponenten fehlen in diesen Portfolios ebenso wie eine Strategie für Kurseinbrüche oder Versorgungslücken im Alter. Die Niedrigkostenangebote der Plattformen lösen zwar ein Sparproblem sind aber mitnichten ein Vorsorgekonzept.
Die Generation 35 plus: entscheidende Phase, kaum Beratungszugang
Was schwer wiegt: Die Generation zwischen 35 und 45 Jahren spielt in dieser Debatte kaum eine Rolle, obwohl sie es sollte. Schließlich entscheidet sich in dieser Lebensphase, ob Versorgungslücken später noch zu schließen sind. Kredit, Familie und berufliche Entwicklung binden die verfügbaren Ressourcen; Altersvorsorge konkurriert mit dringenderen Ausgaben. Digitale Plattformen erschließen dieses Segment kaum systematisch, persönliche Beratung bleibt die Ausnahme.
Das German Equal Pension Symposium am 13. Oktober 2026 in Berlin greift diese Problemstellungen auf. Der Fokus liegt nicht auf Produktvorstellungen, sondern darauf, welche Antworten in der Beratungspraxis tatsächlich tragen.
Auf dem Podium diskutieren Prof. Michael Hauer vom Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP), sowie Annegret Heinze, bAV-Betriebswirtin und Direktionsbeauftragte Fachliche Leitung bAV Württembergische Vertriebspartnerges. mbH und Martin Gattung, Gründer und Geschäftsführer der Aeiforia GmbH. Ergänzt wird die Runde durch Vertreterinnen und Vertreter aus Politik,Unternehmensführung und Beratungspraxis.
Rentensplitting, bAV und Financial Wellbeing auf dem Prüfstand
Inhaltlich reicht das Programm von der Frage, ob die 33 Empfehlungen der ASK auf das Gender Pension Gap wirken, das Altersvorsorgedepot und die dann laufende Debatte zur bAV, bis hin zum strategischen Stellenwert der betrieblichen Altersversorgung und Financial Wellbeing für Unternehmen.
Zwei Programmpunkte setzen eigene Akzente: Präsentiert werden die Ergebnisse einer aktuellen Führungskräfte-Umfrage zu Equal Pay und dem Gender Pension Gap 2026. Außerdem wird an diesem Abend der German Equal Pension Award vergeben.
Zwischen den Programmpunkten bleibt bewusst Raum für Gespräche, die in Panels nicht stattfinden. Namensschilder mit Jobtitel und Unternehmen sollen dabei helfen, die richtigen Gesprächspartner zu finden. Tickets sind für 129 Euro erhältlich. Infos unter: www.GermanEqualPensionSymposium.de















