Gold überholt US-Staatsanleihen als Reserveasset – Bitcoin droht Einbruch auf 30.000 Dollar

Der Bitcoin ist seit Wochenbeginn um mehr als 8.000 US-Dollar beziehungsweise rund 11 % eingebrochen und fiel erneut auf die wichtige Unterstützung bei 65.000 US-Dollar. Wird diese Marke nachhaltig gebrochen, droht eine weitere Verkaufswelle bis in den Bereich von rund 30.000 US-Dollar. Das entspräche einem Rückgang von etwa 76 % gegenüber dem Allzeithoch bei 126.000 US-Dollar im Oktober des vergangenen Jahres.

Das aktuelle Umfeld ist für Bitcoin und Kryptowährungen alles andere als bullisch. Steigende Marktzinsen, abnehmende Liquidität, geopolitische Risiken, höhere Energiepreise und eine sich abschwächende Wirtschaft bilden ein klassisches Risk-Off-Umfeld. In solchen Phasen werden spekulative Anlagen wie Bitcoin, Ethereum und insbesondere der breite Altcoin-Markt meist zuerst verkauft.

Ohne neues Kapital fehlt der Treibstoff für steigende Kurse. Die großen Aufwärtsbewegungen bei Bitcoin waren in den vergangenen Jahren fast immer eng mit expansiver Geldpolitik, fallenden Realzinsen und steigender Risikobereitschaft verbunden. Dieses Umfeld ist derzeit nicht gegeben. Stattdessen verschlechtern sich die Rahmenbedingungen weiter. Sollte es infolge steigender Zinsen in einem deflationären Umfeld zu einer Rezession kommen und die Aktienmärkte in eine längere Baisse übergehen, dürften Kryptowährungen überproportional darunter leiden, möglicherweise stärker als jemals zuvor seit Bestehen dieses Marktes.

Erst neue Liquidität der Notenbanken könnte das Ruder wieder herumreißen. Solange diese jedoch die Füße stillhalten, dürfte sich der Abwärtstrend bei Bitcoin fortsetzen. Besonders kritisch bleibt dabei die Unterstützung im Bereich von 65.000 US-Dollar. Ein nachhaltiger Bruch dieser Marke dürfte den Verkaufsdruck deutlich erhöhen, da Stop-Loss-Orders ausgelöst, gehebelte Long-Positionen liquidiert und kurzfristige Anleger aus dem Markt gedrängt würden. Die nächste größere Unterstützung liegt dann erst wieder im Bereich um 30.000 US-Dollar.

Auch die Erzählung vom „digitalen Gold“ überzeugt in diesem Umfeld nicht. Nachdem sich die Hoffnung, Bitcoin könne als weltweites Zahlungsmittel fungieren, nicht erfüllt hat, wurde das Narrativ zunehmend in Richtung Wertspeicher verschoben. Stressphasen an den Märkten zeigen jedoch immer wieder, dass Bitcoin nicht als sicherer Hafen wie Gold, sondern wie ein spekulatives Risikoasset gehandelt wird. Wenn Investoren Risiko reduzieren und Liquidität aus den Märkten abziehen, werden Bitcoin und andere Kryptowährungen verkauft. Ein Vergleich mit Gold ist deshalb unangebracht.

Michael Saylor und Strategy könnten wanken

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