Die Pflegereform 2027 könnte für Versicherte spürbare Folgen haben. Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) schließt nicht aus, dass die Pflegeversicherung künftig weniger Leistungen zahlt. Dem „Handelsblatt“ sagte er, rund zehn Prozent der Ausgaben müssten eingespart werden.
„Wir müssen rund zehn Prozent einsparen. Natürlich kann ich nicht garantieren, dass es an der ein oder anderen Stelle keine Leistungskürzungen geben wird“, sagt Linnemann.
Pflegereform 2027: Woher das Milliarden-Defizit stammt
Die Pflegeversicherung kämpft laut Linnemann mit einem strukturellen Finanzierungsproblem. Innerhalb von 20 Jahren hat sich die Zahl der Pflegebedürftigen von zwei Millionen auf über sechs Millionen erhöht. Bliebe eine Reform aus, würde sich für 2027 ein Fehlbetrag von rund acht Milliarden Euro ansammeln.
Leistungen sollen künftig gezielter gesteuert werden
Der Minister kündigte zudem an, die Leistungen der Pflegeversicherung künftig stärker zu steuern. Dadurch sollen sie gezielter bei denjenigen ankommen, die tatsächlich auf Unterstützung angewiesen sind.
Keine höheren Zuzahlungen in der Krankenversicherung für 2027
Bei der gesetzlichen Krankenversicherung plant Linnemann für 2027 allerdings keine weitere Erhöhung der Zuzahlungen.
„Ich werde den Teufel tun, im nächsten Jahr nochmals an das Thema Zuzahlung zu gehen, nachdem wir sie in diesem Jahr bereits erhöht haben“, sagt er.
Seiner Einschätzung nach seien weitere Erhöhungen somit kein geeignetes Instrument, die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung einzudämmen.
Finanzkommission Gesundheit soll weitere Vorschläge liefern
Ob die Pflegereform 2027 im kommenden Jahr durch weitere Sparmaßnahmen ergänzt werden muss, ließ Linnemann offen. Zunächst will er die Vorschläge der Finanzkommission Gesundheit abwarten. Sein erklärtes Ziel sind stabile Krankenkassenbeiträge auch über 2027 hinaus - mittelfristig sollen die Beiträge sogar wieder sinken.














