Warum Trumps eigener Fed-Chef sich gegen ihn stellt

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Montage mit Kevin Warsh am Rednerpult, Donald Trump und dem Eccles Building der Federal Reserve
Bild: KI-generiert
Fed-Zinsentscheid: Die US-Notenbank hält den Leitzins stabil, Dezember-Erhöhung gilt als wahrscheinlich.

Die US-Notenbank hat ihren Leitzins am 28. Oktober 2026 trotz schwacher Jobdaten unverändert gelassen. Zwei FOMC-Mitglieder stimmten für eine Erhöhung, Fed-Chef Kevin Warsh wies Einfluss der Zwischenwahlen zurück. Warum sich Berater und Anleger schon jetzt auf den nächsten Fed-Zinsentscheid im Dezember einstellen sollten.

Die US-Notenbank Fed hat ihren Leitzins beim Fed-Zinsentscheid vom 28. Oktober 2026 trotz schwacher Arbeitsmarktdaten unverändert belassen. Der Offenmarktausschuss FOMC stimmte mit zehn zu zwei Stimmen für die Zinspause, wie die Notenbank mitteilte. Der Korridor bleibt damit bei 3,75 bis 4,00 Prozent. Dagegen stimmten Gouverneurin Lisa Cook sowie die Fed-Präsidentin von Cleveland, Beth Hammack. Beide wollten den Satz um 0,25 Prozentpunkte anheben.

Nach der Sitzung trat Fed-Chef Kevin Warsh dem Vorwurf entgegen, die Zwischenwahlen vom 3. November 2026 hätten die Entscheidung beeinflusst. „Politics played no role in the decision“, sagte Warsh laut einem Reuters-Bericht. Er fügte hinzu: „I didn’t hear an utterance about politics. I didn’t hear a reference to politics, elections, what’s happening in the next week.“

Erste Zinserhöhung seit 2023 ging der Pause voraus

Die Oktober-Entscheidung unterbricht einen zuletzt strafferen Kurs der Notenbank. Bereits am 16. September 2026 hatte der FOMC den Leitzins um 25 Basispunkte angehoben - einstimmig mit zwölf zu null Stimmen. Es war die erste Erhöhung seit 2023. Damals rechneten 16 von 18 Mitgliedern in der Summary of Economic Projections mit mindestens einer weiteren Anhebung im laufenden Jahr. Die mediane Projektion für Ende 2026 und 2027 belief sich jeweils auf 4,10 Prozent.

Vom Trump-Kandidaten zum Gegenspieler

Donald Trump schlug Warsh am 30. Januar 2026 als Fed-Vorsitzenden vor; der Senat bestätigte ihn am 13. Mai 2026 mit 54 zu 45 Stimmen als Nachfolger von Jerome Powell. Ausgerechnet der vom Präsidenten nominierte Notenbankchef verantwortet nun eine Politik, die Trump öffentlich ablehnt. Nach der Zinserhöhung im September bezeichnete dieser den FOMC auf der Plattform Truth Social als feindselig und politisch. Zugleich forderte er Leitzinsen von einem Prozent oder weniger, weil die USA über die beste Bonität der Welt verfügten.

Rechtsstreit um Lisa Cook belastet die Notenbank-Unabhängigkeit

Zusätzliche Unsicherheit über die Unabhängigkeit der Notenbank bringt der Fall der Gouverneurin Lisa Cook. Der Oberste Gerichtshof entschied am 29. Juni 2026 mit fünf zu vier Stimmen gegen Trump. Dessen Versuch, Cook zu entlassen, war verfassungswidrig. Der Grund: Die Gouverneurin hatte keine ordnungsgemäße Anhörung erhalten. Bis zu einer endgültigen Gerichtsentscheidung bleibt sie deshalb im Amt und votierte am 28. Oktober gegen die Mehrheit. Am 9. Oktober 2026 veranlasste Trump zudem eine neue Untersuchung wegen angeblichen Hypothekenbetrugs. Für den 5. November 2026 - zwei Tage nach den Zwischenwahlen - ist eine Anhörung im Weißen Haus terminiert.


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Markt erwartet nächsten Fed-Zinsentscheid im Dezember

Für Vermögensverwalter und institutionelle Investoren zählt vor allem der Blick nach vorn. Am 28. Oktober 2026 preiste der Markt laut CME FedWatch Tool eine Dezember-Erhöhung mit rund 86 Prozent ein. Innerhalb der Vorwoche hatte dieser Wert allerdings zwischen 78 und 95 Prozent geschwankt. Der FOMC trifft sich am 8. und 9. Dezember 2026 erneut. Den nächsten Fed-Zinsentscheid samt aktualisiertem Dot Plot gibt die Notenbank am 9. Dezember um 14 Uhr US-Ostküstenzeit bekannt.

DatumEntscheidungLeitzinskorridorAbstimmung
16.09.2026Erhöhung um 25 Basispunkte3,75-4,00 Prozent12:0
28.10.2026Leitzins unverändert3,75-4,00 Prozent10:2
09.12.2026 (geplant)offen--
Quelle: Federal Reserve (FOMC-Pressemitteilungen)

Was den Fed-Zinsentscheid antreibt

Treiber des strafferen Kurses ist die erneut anziehende Teuerung: Im September 2026 zogen die US-Verbraucherpreise gegenüber dem Vormonat um 0,6 Prozent an, wodurch die Jahresrate auf 3,7 Prozent kletterte; die Kernrate ohne Energie und Lebensmittel lag bei 2,6 Prozent. Gleichzeitig zeigt sich der Arbeitsmarkt schwach - außerhalb der Landwirtschaft entstanden im September lediglich 29.000 neue Stellen, erwartet worden waren jedoch 84.000, während die Arbeitslosenquote auf 4,2 Prozent kletterte.

Folgen des Fed-Zinsentscheids für Euro und Anleihemärkte

Für deutsche Berater und Anleger verschärft die parallele Zinspolitik der Europäischen Zentralbank die Gemengelage. Auch die EZB zog ihre Leitzinsen zum 16. September 2026 um 25 Basispunkte nach oben. Seitdem steht der Einlagesatz bei 2,50 Prozent. Am 14. Oktober 2026 rutschte der Euro auf ein 17-Monats-Tief von 1,1113 Dollar ab. Ursächlich dafür waren unter anderem die September-Erhöhung der Fed, die hohe US-Inflation und der Haushaltsstress in Frankreich. Ein weiterer Zinsschritt im Dezember würde US-Anleiherenditen und den Dollarkurs bewegen - und damit auch Euro-Investments.

Häufige Fragen zum Fed-Zinsentscheid

Wofür steht die Abkürzung Fed?

Fed ist die Kurzform für Federal Reserve, die US-Notenbank.

Wie hoch sind die US-Leitzinsen aktuell?

Seit dem Fed-Zinsentscheid vom 28. Oktober 2026 bewegt sich der Leitzins unverändert im Korridor von 3,75 bis 4,00 Prozent.

Hat die Fed die Zinsen gesenkt?

Nein. Die Fed hat den Leitzins unverändert gelassen. Zuletzt hob sie ihn im September 2026 um 25 Basispunkte an - die erste Erhöhung seit 2023.

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