Aon-Marktreport 2026: Lieferketten als Seismograph der Unternehmensrisiken

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Foto: Aon Deutschland
Thomas Moll, Geschäftsführer und Chief Broking Officer Regions & Specialties bei Aon und Hartmuth Kremer-Jensen, Geschäftsführer der Aon Holding Deutschland (v.l.)

Geopolitik, Cyberangriffe, Extremwetter: Die Risikotreiber für Unternehmen sind bekannt. Was Aons Marktreport 2026 zeigt: Fast alle Versicherungssparten folgen einem gemeinsamen Muster. Und das hat mit globalen Lieferketten zu tun.

Der aktuelle Marktreport 2026 von Aon Deutschland beschreibt eine Risikolandschaft, die sich grundlegend verändert hat: Nicht einzelne Ereignisse, sondern deren Vernetzung über globale Liefer- und Wertschöpfungsketten bestimmt zunehmend, wie stark Unternehmen von Schäden getroffen werden. Und das, obwohl der Versicherungsmarkt in vielen Sparten derzeit stabil und für Versicherungsnehmer vergleichsweise günstig ist.


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„Risiken entstehen heute selten isoliert. Die zunehmende Vernetzung von Märkten, Technologien und Lieferketten führt dazu, dass sich Ereignisse schneller und weitreichender auf Unternehmen auswirken können als noch vor wenigen Jahren“, sagt Hartmuth Kremer-Jensen, Geschäftsführer der Aon Holding Deutschland. „Umso wichtiger ist es, Risiken ganzheitlich zu betrachten und Resilienz systematisch aufzubauen.“

Naturkatastrophen treffen längst nicht mehr nur einzelne Produktionsstandorte, sondern bringen ganze Liefernetzwerke zum Erliegen. Cyberangriffe auf Dienstleister oder Softwareanbieter schlagen sich unmittelbar im Geschäftsbetrieb abhängiger Unternehmen nieder. Geopolitische Spannungen verschieben Handelsströme und Beschaffungsmärkte, während wirtschaftliche Unsicherheiten die Zahlungsfähigkeit von Zulieferern und Geschäftspartnern bedrohen.

Lieferketten als gemeinsamer Nenner aller Risikobereiche

„Lieferketten zeigen exemplarisch, wie Risiken heute über Unternehmensgrenzen hinweg entstehen und sich gegenseitig verstärken können. Auch wenn die Risiken je nach Branche und Versicherungssparte variieren, zeigt sich ein gemeinsamer Nenner: Mehr Transparenz über Abhängigkeiten und ein integriertes Risikomanagement werden immer wichtiger“, ergänzt Thomas Moll, Geschäftsführer und Chief Broking Officer Regions & Specialties bei Aon.

Konkret macht der Marktreport dies in mehreren Sparten sichtbar. In der Industriehaftpflichtversicherung beschreibt Aon ein derzeit kundenfreundliches Marktumfeld, das allerdings durch neue regulatorische Anforderungen unter Druck gerät: Die europäische Produkthaftungsrichtlinie, der Cyber Resilience Act und der wachsende Einsatz von KI gewinnen als Risikofaktoren an Gewicht. In der Sachversicherung eröffnen verbesserte Profitabilität und intensiverer Wettbewerb neue Verhandlungsspielräume – vor allem für mittelständische Unternehmen.

Auch in der Cyberversicherung bleibt das Marktumfeld aus Sicht der Versicherungsnehmer attraktiv. Gleichzeitig treiben Fragen rund um digitale Resilienz, KI-gestützte Angriffsmethoden und regulatorische Vorgaben die Agenda. Im D&O-Segment sorgen hohe Kapazitäten und intensiver Wettbewerb trotz steigender Insolvenzzahlen und wachsender regulatorischer Anforderungen für weiterhin günstige Bedingungen.

Personalrisiken rücken in den Fokus

Neben den klassischen Versicherungssparten widmet sich der Report auch personalbezogenen Risiken: Fachkräftemangel, gesundheitliche Belastungen von Mitarbeitenden und veränderte Arbeitswelten können die Widerstandsfähigkeit von Unternehmen ebenso beeinträchtigen wie ein Cyberangriff oder eine Extremwetterlage.

„Es zeigt sich über viele Sparten hinweg, dass die Widerstandsfähigkeit von Unternehmen zunehmend von ihrer Fähigkeit abhängt, komplexe Risiken frühzeitig zu erkennen und zu steuern – insbesondere dort, wo sie entlang globaler Liefer- und Wertschöpfungsketten entstehen oder weitergegeben werden. Genau an dieser Stelle wollen wir unsere Kunden unterstützen und beratend zur Seite stehen“, sagt Thomas Moll.


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