Die Bayerische Hausbau Real Estate (BHRE) hat einen Weg gefunden, das „Arabellahaus“ umfassend zu revitalisieren. Statt eines lange als unumgänglich geltenden Abrisses soll die Immobilie im Arabellapark grundlegend umgebaut, saniert und erweitert werden, teilt das Unternehmen mit. Zugleich bleibt die prägende architektonische Identität erhalten.
Arabellapark ist nicht etwa eine Parkanlage, sondern ein überwiegend dicht bebautes Wohn- und Gewerbegebiet im Münchner Stadtteil Bogenhausen, dessen Bebauung im Wesentlichen ab 1965 entstanden ist. Der Mitteilung zufolge soll die Weiterentwicklung des offenen, gemischt genutzten Hauses neue Maßstäbe für die Revitalisierung großer Bestandsgebäude setzen. Möglich wurde der Erhalt des Gebäudes demnach durch Erleichterungen in der Bayerischen Bauverordnung sowie bautechnische Lösungen. Die Bauphase soll voraussichtlich von Frühjahr 2030 bis Ende 2034 andauern.
Außenrolltreppe entlang der Fassade
Das neue Konzept sieht eine stärkere Öffnung des Gebäudes zur Stadt vor. Das Dach soll erstmals für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Vorgesehen sind Grün- und Erholungsflächen mit Gastronomie-, Kultur-, Sport- und kostenfreien Aufenthaltsangeboten. Bestandteil der architektonischen Planung ist eine Außenrolltreppenanlage entlang der Fassade, die vom Erdgeschoss bis zum Dach führt. Eine Terrasse in einem Durchbruch auf Höhe des 15. bis 19. Stockwerks biete ebenfalls neue Nutzungsmöglichkeiten.
Ergänzt wird das Konzept durch eine ebenerdige, mehrgeschossige Passage, die eine Verbindung für Fußgänger und eine Sichtachse zum Rosenkavalierplatz schafft. Innen bleibt der Mix aus verschiedenen Nutzungen bestehen. Gewerbe, Gesundheit, Hotel und Wohnungen finden sich künftig unter einem Dach. Geplant ist zudem die Schaffung preisgedämpften Wohnraums. Insgesamt werden rund 16.500 Quadratmeter Bruttogrundfläche als Wohnraum zusätzlich geschaffen.
Mieter müssen spätestens ab 2030 ausziehen
Bereits im Jahr 2018 sind die Mieter der Wohnungen und Gewerbeflächen im Arabellahaus laut BHRE informiert worden, dass die Nutzung des bisherigen Gebäudes nach sechs Jahrzehnten nicht fortgeführt werden kann. Nach damaligem Planungsstand schien ein Abriss unumgänglich, weil keine Möglichkeit bekannt war, die veraltete Haustechnik im Bestand zu erneuern. Über die neuen Pläne zur Revitalisierung wurden die Mieter den Angaben zufolge in dieser Woche vorab informiert.
Für die Mieter bedeutet dies, dass sie spätestens vor Baubeginn ab 2030 ausziehen müssen. Das Unternehmen hält den Angaben zufolge kurzfristig beziehbare Wohnungen in einem alternativen Objekt für Bewohner des Arabellahauses mit unbefristeten Mietverträgen vor. Dazu ist die Möglichkeit weiterer Wohnungen in einem geplanten Neubauprojekt vorgesehen.
Das Arabellahaus wurde zwischen 1966 und 1969 errichtet. Zu dem Ensemble gehören neben dem 23-geschossigen Hochhaus an der Arabellastraße auch die flankierenden Büro- und Geschäftshäuser am Rosenkavalierplatz. Insgesamt umfasst das Arabellahaus heute rund 87.000 Quadratmeter Bruttogrundfläche.














