Deutscher Private-Equity-Markt langsam aus der Talsohle

Der deutsche Private-Equity-Markt hat den Tiefpunkt im zweiten Halbjahr 2009 passiert: Erstmals seit Ausbruch der Finanzkrise stiegen die Transaktionen wieder deutlich von 2,8 auf fünf Milliarden Euro, wie eine Studie der Beratungsgesellschaft Ernst & Young (E&Y) zeigt.

talsohle1Gesamtjahr fällt mager aus

Dennoch fällt die Betrachtung des Gesamtjahres 2009 ernüchternd aus: Das Deal-Volumen halbierte sich von 15,1 auf 7,8 Milliarden Euro annähernd und die Zahl der Transaktionen ging von 175 auf 111 zurück.

Lediglich zwei Mega-Deals gab es im vergangenen Jahr: Im März stieg der Staatsfonds Aabar Investment aus Abu Dhabi mit gut neun Prozent bei Daimler ein und ließ sich dies 1,95 Milliarden Euro kosten. Im Dezember kaufte die skandinavische Beteiligungsgesellschaft EQT gemeinsam mit dem Staatsfonds GIC aus Singapur für 2,3 Milliarden Euro den deutschen Wissenschaftsverlag Springer Science + Business Media.

Wie geht es weiter? Die Stabilisierung, die sich zuletzt abzeichnete, markiert noch nicht die erhoffte Trendwende, schätzt Joachim Spill, der bei E&Y den Bereich Transaction Advisory Services leitet: „2010 wird für die Branche wohl kaum einfacher werden als 2009.“

Kreditknappheit: Finanzierung bleibt problematisch

Joachim Spill, E&Y
Joachim Spill, E&Y

Zwar komme langsam wieder Bewegung in den Markt, doch nach wie vor stelle die Finanzierung das Hauptproblem dar. „Die Banken stellen den Finanzinvestoren nur relativ geringe Mittel zur Verfügung, da es weiterhin schwer ist, Kredite zu syndizieren oder verbrieft weiter zu reichen“, erklärt Spill. Solange sich diese Situation nicht durchgreifend verbessere, sei nicht mit einem deutlichen Anstieg der Transaktionen zu rechnen.

Die Branche bleibt aufgrund der knappen Bankkredite vorerst gezwungen, sich auf kleinere Geschäfte zu konzentrieren oder Eigenkapital in erheblichem Umfang einzusetzen, was aufgrund des niedrigeren Fremdkapital-Hebels weniger lukrativ ist. E&Y geht davon aus, dass Milliarden-Transaktionen vorerst die absolute Ausnahme bleiben.

Seite 2: Positive Signale vom Exit-Markt

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