Mit Abstand Spitzenreiter unter den Vertrieben bleibt indes die Deutsche Vermögensberatung Unternehmensgruppe (DVAG), die ihren Provisionsumsatz 2025 nochmals um 5,4 Prozent auf rund 2,64 Milliarden Euro steigern konnte. Damit vereint die DVAG fast die Hälfte des gesamten Marktvolumens auf sich.
„Das Jahr 2025 hat die Finanz- und Kapitalmärkte erneut vor erhebliche Herausforderungen gestellt. Eine weiterhin fragile geopolitische Lage, anhaltende wirtschaftliche Unsicherheiten sowie schwankende Inflations- und Zinsentwicklungen haben bei vielen Menschen den Wunsch nach Stabilität und verlässlichen Lösungen in Finanzfragen weiter verstärkt“, berichtet Lars Knackstedt, Mitglied des Vorstands der DVAG und dort zuständig für Finanzen, Beteiligungen, Immobilien, Steuern.
„Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussionen zur Reform der Altersvorsorge wird deutlich, wie wichtig verlässliche, langfristig tragfähige Konzepte sind, die private und staatliche Elemente sinnvoll miteinander verzahnen. Umso mehr sehen wir es als unsere Aufgabe, auch künftig Orientierung zu geben und Menschen dabei zu unterstützen, frühzeitig eigenverantwortlich vorzusorgen und finanzielle Perspektiven im Alter zu sichern“, so Knackstedt weiter.
Über 90 Millionen Euro für Aus- und Weiterbildung
Die DVAG stehe seit fünf Jahrzehnten für ein konsequent ganzheitliches Allfinanzkonzept, das Absicherung, Vorsorge und Vermögensaufbau miteinander verbinde. „Entscheidend dafür ist die Nähe zu unseren Kundinnen und Kunden sowie die tägliche Arbeit unserer Vermögensberaterinnen und Vermögensberater, die mit hoher fachlicher Qualität und großem Verantwortungsbewusstsein individuelle Lösungen entwickeln“, betont er. Gleichzeitig habe die DVAG 2025 in die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens investiert – insbesondere in digitale Prozesse, moderne Vertriebsunterstützung und über 90 Millionen Euro in die Aus- und Weiterbildung.
„Damit schaffen wir die Grundlage, um Beratung noch effizienter, zeitgemäßer und zugleich persönlicher zu gestalten. Die Ergebnisse des Geschäftsjahres bestätigen diesen Kurs. Die Umsatzmarke von über 2,6 Milliarden Euro steht für die Stärke unseres Geschäftsmodells in einem volatilen Marktumfeld und für das Vertrauen, das uns Kundinnen und Kunden seit vielen Jahren entgegenbringen“, so Knackstedt.
MLP behauptet Platz zwei
Auf Platz zwei der Allfinanzvertriebe behauptet sich MLP. Das Unternehmen aus Heidelberg rückte mit rund 969 Millionen Euro noch näher an die Milliarden-Marke. „Wir beobachten, dass sich die Erwartungen vieler Kundinnen und Kunden deutlich verändert haben: Informationen sind jederzeit verfügbar, entscheidend wird zunehmend die Qualität der Einordnung“, berichtet Oliver Liebermann, Vertriebsvorstand der MLP Finanzberatung.
Damit rücke die Fähigkeit in den Fokus, komplexe Finanzthemen verständlich zu strukturieren und passgenaue Lösungen abzuleiten. „Der Bedarf an hochqualitativer, persönlicher Beratung steigt also. Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz dient dabei als zunehmend unverzichtbare Unterstützung, sowohl zeitlich als auch inhaltlich“, betont er.
Für die MLP Gruppe bestätige sich in diesem Umfeld die strategische Ausrichtung. „Wir investieren gezielt in die Verzahnung von persönlicher Beratung und KI-gestützten Anwendungen, um unsere Kundinnen und Kunden noch individueller, effizienter und bedarfsgerechter zu begleiten“, so Liebermann. „Unsere Mittelfristplanung bis 2028 zielt dabei auf eine konsequente Fortsetzung des Wachstumskurses, getragen insbesondere durch die Potenzialerschließung in der Beratung von Familienkunden, den Ausbau im Firmenkundengeschäft sowie den Multi-Asset-Ansatz für institutionelle und vermögende Privatkunden. Der Start in das laufende Jahr zeigt, dass wir gut unterwegs sind“, kündigt der MLP-Vorstand an.
Swiss Life Deutschland auf Rang drei – noch
Noch auf Rang drei liegt wie im Vorjahr Swiss Life Deutschland mit rund 793 Millionen Euro Provisionseinnahmen. „Noch“ deshalb, weil Swiss Life im Mai 2026 den Erwerb der Telis Unternehmensgruppe mit Sitz in Regensburg bekannt gegeben hat. 2025 war Telis noch eigenständig, wird in der diesjährigen Hitliste separat aufgeführt und landet dort mit 218 Millionen Euro Umsatz auf Platz fünf. Zusammen bringen es die beiden Großvertriebe damit auf über eine Milliarde Euro Provisionsumsatz und würden nach der Elefantenhochzeit – auf Basis der 2025er-Zahlen – MLP von Platz zwei der Allfinanzvertriebe verdrängen.
Dr. Matthias Wald, Leiter Finanzvertriebe bei Swiss Life Deutschland, betont: „Mit der Telis Unternehmensgruppe als Teil unserer Vertriebsfamilie unter dem Dach von Swiss Life Deutschland wächst unser Beratungsnetzwerk in diesem Jahr massiv auf 8.000 lizenzierte Beraterinnen und Berater. Damit sehen wir uns in einer aktiven Rolle, die Zukunft der Finanzberatung und gleichsam die finanzielle Freiheit der Menschen in Deutschland mitzugestalten.“ In Bezug auf das vergangene Jahr sagt er: „Das Jahr 2025 stand im Zeichen eines volatilen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umfelds. Umso bemerkenswerter ist unsere Entwicklung: Gemeinsam mit unseren Vertriebspartnerinnen und Vertriebspartnern ist es uns gelungen, dem weiterhin starken Bedarf an ganzheitlicher, qualitativ hochwertiger Finanzberatung gerecht zu werden und dabei überzeugende Geschäftszahlen zu erzielen.“
Mit über 2,13 Millionen Kundinnen und Kunden und 117.451 Menschen, die sich im Jahr 2025 erstmals für eine Beratung bei Swiss Life Select, Tecis, Horbach Wirtschaftsberatung und ProVentus entschieden haben, zeige sich deutlich: „Die hohe Nachfrage nach qualifizierter Finanzberatung bestätigt unseren Kurs. Zugleich ist sie Auftrag für uns, unseren Qualitätsanspruch konsequent weiter auszubauen“, so Wald.
OVB-Erträge mit historischem Bestwert – Ebit belastet
Zuversichtlich ist auch Mario Freis, CEO der OVB Holding, die wie im Vorjahr Rang vier belegt. „Der OVB Konzern hat sich im Geschäftsjahr 2025 in einem anspruchsvollen Umfeld operativ robust gezeigt und weiterentwickelt. OVB konnte das sechste Jahr in Folge den Umsatz deutlich steigern und hat mit Erträgen aus Vermittlungen in Höhe von 437,2 Millionen Euro einen historischen Bestwert erreicht“, berichtet er. „Das Ebit war vor allem durch einen Sondereffekt belastet und lag mit 10,6 Millionen Euro deutlich unter dem Vorjahreswert“, schränkt er ein. Ebit ist das englische Kürzel für das Ergebnis vor Zinsen und Steuern.
In das Jahr 2026 ist die OVB demnach erneut mit einem deutlichen Umsatzwachstum gestartet, wobei das Ergebnis weiter drurch den Sondereffekt belastet wird. Die Erträge aus Vermittlungen seien im ersten Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahresquartal um 7,9 Prozent auf 114,5 Millionen Euro gestiegen. „Dieser Wert markiert den bisher höchsten Quartalsumsatz in der Unternehmensgeschichte. Gleichzeitig wuchs erneut die Zahl der Kundinnen und Kunden wie auch die der Finanzvermittlerinnen und Finanzvermittler“, so Freis.












