Noch kräftiger gewachsen ist 2025 Blau Direkt. Das Unternehmen steigerte den Rohertrag um fast ein Dittel und verdrängt Netfonds auf Platz vier. „Seit 2025 treiben wir den Wandel unserer technologischen Infrastruktur zu einer agentenbasierten Systemarchitektur – der Agentic Operating Platform – konsequent voran“, sagt Ait Voncke, CEO von Blau Direkt.
Dabei setze das Unternehmen auf eine zweistufige KI-Architektur: Das Maklerverwaltungsprogramm werde im Alltag durch einen KI-Assistenten unterstützt, während im Backoffice spezialisierte KI-Agenten Prozesse autonom erkennen und zu automatisierten Ketten verknüpfen. Der Nutzen sei heute schon Realität: „Über 70 Prozent der Bestandsübertragungen laufen vollautomatisch im Hintergrund und mehr als 90 Prozent der Antragsrückfragen werden komplett eigenständig durch KI-Agenten weiterbearbeitet“, so Voncke.
Daneben zählt er die weiteren Planungen auf, darunter ab Januar 2027 zum Start der Altersvorsorgereform vollautomatisierte Antragsstrecken und Wechseltools samt fachlichem Know-how, Expertenwissen im Bereich BU/PKV, in der bAV/bKV umfassende Support-Angebote sowie volldigitale Wege im Gewerbegeschäft. „Dieses Fundament stellt unsere Partner zukunftssicher auf“, so Voncke.
Platz drei und Platz vier marschieren künftig gemeinsam
„Wir freuen uns auf die Zukunft!“, betont auch Martin Steinmeyer, Vorstandsvorsitzender der Netfonds AG. „Sowohl im Geschäftsjahr 2025 als auch im laufenden Jahr 2026 haben wir unseren dynamischen Wachstumskurs auf ganzer Linie fortgesetzt“, berichtet er. „Um unseren technologischen Vorsprung weiter auszubauen, entwickeln wir unsere 360-Grad-Plattform Finfire kontinuierlich weiter. So haben wir unser Dokumentenverarbeitungssystem im Versicherungsbereich durch eine neue KI-basierte Technologie ersetzt und die Datentiefe verlässlich erweitert“, so Steinmeyer. „Zum Jahresende rechnen wir außerdem mit der aufsichtsrechtlichen Freigabe, um gemeinsam mit Blau Direkt den Markt zu verändern.“
Denn die beiden Schwergewichte der Branche marschieren künftig gemeinsam. Im März 2026 gaben beide bekannt, dass der bereits bei Blau Direkt maßgeblich engagierte Investor Warburg Pincus (mittelbar über verschiedene Fonds) auch bei Netfonds die Mehrheit übernimmt. Mitte April verkündeten die Unternehmen, dass Warburg Pincus sich bereits über 80 Prozent der Aktien der bisher börsennotieren Netfonds gesichert habe. Nach Vollzug des Angebots werde ein Delisting erfolgen.
Zwar kündigen die Unternehmen an, dass sie jeweils operativ selbständig bleiben und weiterhin unter ihrer jeweiligen Marke agieren werden. Dennoch sprechen beide auch von einem Zusammenschluss. Damit bahnt sich ein neuer Wettlauf von zwei Pool-Riesen an: Auf der einen Seite Warburg Pincus, auf der anderen Infitech, also die Muttergesellschaft von Fonds Finanz.
Fonds-Finanz-Mutter Infitech schluckt Verticus
Zu Infitech gehört daneben der Maklerverbund DEMV (Rang zehn) sowie neuerdings auch die auf private Krankenversicherungen spezialisierte Verticus, die sich mit einem Zuwachs von über 30 Prozent auf Rang fünf vorschob. Auch 2026 setze das Unternehmen den Wachstumskurs fort und liege nach dem ersten Halbjahr beim PKV-Neugeschäft erneut knapp 20 Prozent über dem Vorjahreszeitraum, berichtet Oliver Schmidt, Vorstandsvorsitzender der Verticus Finanzmanagement AG. „Mit der Integration in die Infitech Gruppe haben wir zudem die Weichen für die nächste Entwicklungsstufe gestellt. Unsere Partner werden künftig insbesondere von zusätzlichen Investitionen in Digitalisierung, Automatisierung und Künstliche Intelligenz profitieren“, so Schmidt.
Infitech hatte Ende März 2026 bekannt gegeben, dass sie Verticus übernimmt. Ein zentraler Fokus liege darauf, die bestehende Systemlandschaft der Verticus AG gezielt weiterzuentwickeln und schrittweise um zusätzliche Technologien der Infitech Gruppe zu ergänzen, hieß es in der Mitteilung.
„Im gefestigten Verbund der Infitech Gruppe schaffen wir mit gemeinsamen Strukturen, Technologien und Prozessen das führende System für die gesamte Branche, das es unseren Partnern ermöglicht, ihre Marktposition weiter zu stärken und nachhaltig zu wachsen“, kündigte Christine Schönteich anlässlich der tags zuvor erfolgten Vertragsunterzeichnung an. Sie ist wie Nobert Porazik Co-CEO der Infitech Gruppe und mit ihm auch Geschäftsführerin der Fonds Finanz. Die kartellrechtliche Genehmigung der Transaktion, die zunächst noch ausgestanden hatte, wurde laut Infitech inzwischen erteilt.













