Bafin: Jahreskonferenz der Versicherungsaufsicht

Am Mittwoch trafen sich im Rheinischen Landesmuseum in Bonn rund 250 Vertreter von Versicherungsunternehmen und Verbänden zur Jahreskonferenz der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin). 

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Schwerpunkte der Konferenz waren Solvency II, die Digitalisierung der Branche und die Fortentwicklung der Regulierung.

Laut Bafin gab Dr. Frank Grund, Exekutivdirektor der Versicherungs- und Pensionsfondsaufsicht der BaFin, zu Beginn der Konferenz einen Überblick über aktuelle Themen und ökonomische Situation der Branche. Dabei habe er besonders auf die Anforderungen der Zinszusatzreserve an die Lebensversicherer hingewiesen.

In Großbritannien aktiven Versicherern habe Grund geraten, sich auch auf die Möglichkeit eines harten Brexits einzustellen: „Vereinzelt habe ich in Gesprächen den Eindruck, dass sie das Thema zu sehr auf die leichte Schulter nehmen.“

Sollte der EU-Pass ersatzlos wegfallen, bestehe die Gefahr, dass diese Unternehmen unerlaubtes Versicherungsgeschäft betreiben.

Versicherte bleiben Priorität der BaFin

Mit Hinblick auf das Thema „externer Run-Off“ habe Grund unterstichen, dass bei der Bafin keine neuen Anträge von Lebensversicherern eingegangen oder angekündigt seien.

„Wir werden die Belange der Versicherten wahren – nicht nur in finanzieller Hinsicht“, habe er mit Blick auf mögliche Fälle in der Zukunft betont.

Weiter habe Grund ausgeführt: „Je größer die betreffenden Bestände sind, desto größer sind auch die operationellen Anforderungen an einen Übernehmer.“

BaFin wird sich zu Versicherungs-IT äußern

Im Namen der Europäischen Kommision habe Nathalie Berger, Referatsleiterin Versicherungen und Renten in der Generaldirektion Finanzstabilität, Finanzdienstleistungen und Kapitalmarktunion, über die Fortentwicklung der Versicherungsregulierung aus europäischer Perspektive gesprochen.

Darauf sei eine Diskussion zwischen Vertretern von Wirtschaft, Verbänden und Aufsicht über die Spannungsfelder unter Solvency II in der Praxis und die Chancen und Risiken der Digitalisierung gefolgt.

Im Zuge dieser Diskussion sei besonders von Interesse gewesen, wie Versicherer die Auslagerung von Teilen ihrer Wertschöpfungskette rechtlich ausgestalten, so dass die aufsichtlichen Anforderungen noch erfüllt sind.

Darüber hinaus habe Grund angekündigt, dass die Bafin sich bis Mitte 2018 zu den aufsichtlichen Anforderungen an die IT von Versicherungsunternehmen äußern wird. (bm)

Foto: Shutterstock

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