Simona Mocuta, Chefökonomin bei State Street Investment Management: Die heutige Zinserhöhung der EZB wurde weithin erwartet – dürfte aber letztlich wenig bewirken. Entgegen ihrer eigentlich Ziele läuft die Eurozone Gefahr, die Geldpolitik in eine Phase wirtschaftlicher Schwäche hinein weiter zu straffen – ein Vorgehen, das das Wachstum eher belasten als die Inflation eindämmen dürfte. Tatsächlich dürfte eine Zinserhöhung kaum geeignet sein, dem durch einen Angebotsschock getriebenen Inflationsdruck entgegenzuwirken. Da die Lohninflation unter Kontrolle ist und sowohl die Verbraucherstimmung als auch die Konsumausgaben gedämpft bleiben, ist der Spielraum für Zweitrundeneffekte bei der Inflation ohnehin gering. Zwar hatten einige Stimmen zumindest für eine Verschiebung des Zinserhöhungszyklus plädiert, doch diese Position hat sich nicht durchgesetzt. Wie geht es also für die Eurozone weiter? Aus unserer Sicht spricht derzeit vieles dafür, dass die EZB im Herbst einen weiteren Zinsschritt vornehmen wird.

Simona Mocuta (Foto: State Street IM)











